Am 4. November 2025 wurde die Mediathek der Theodor-Fliedner-Schule in Wiesbaden zum lebendigen Treffpunkt für kulturelle Bildung im schulischen Ganztag. Zur Veranstaltung „Spielraum Ganztag – Kulturelle Bildung an Praxisbeispielen erlebbar machen“, organisiert von der Serviceagentur Ganztag Hessen in Kooperation mit dem Büro Kulturelle Bildung des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen, kamen 37 Teilnehmende aus Schule, Kultur und Verwaltung zusammen. Sie erlebten ein vielseitiges Programm, das die enge Verzahnung von Ganztag und kultureller Bildung in den Mittelpunkt stellte.
Die gastgebende Theodor-Fliedner-Schule stellte sich als eine der neun zertifizierten Profilschulen Kulturelle Bildung des Landes Hessen vor. Mit ihrem Schwerpunkt auf den Darstellenden Künsten verfolgt sie das Ziel, ästhetische und soziale Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu stärken. Die Wirkung zeigt sich im Schulalltag deutlich: Kreativität, Persönlichkeitsbildung und kulturelle Teilhabe prägen das Lernen ebenso wie die enge Verknüpfung von Vor- und Nachmittag im Ganztag nach Profil 2.
Kulturelle Bildung im Zwischenraum als besondere Möglichkeit des Ganztags
Wie kulturelle Bildung auch jenseits des Unterrichts wirksam werden kann, zeigte Theaterpädagoge Christian Heinrich anhand des schuleigenen Formats „Kreativer Dienstag“. Wöchentlich verwandelt er die Mittagspausen an der Theodor-Fliedner-Schule in einen offenen Experimentierraum, in dem Schülerinnen und Schüler spielerische, performative und gestalterische Impulse erhalten.
Thomas Klotz, Koordinator für kulturelle Bildung an der Schule, betonte in seinem Beitrag die Bedeutung solcher niedrigschwelligen Angebote: „Künstlerische Interventionen schaffen kreative Impulse im Schulalltag. Sie laden zur Teilhabe ein und gestalten das soziale Klima aktiv mit.“
Im praktischen Teil der Veranstaltung konnten die Gäste diese Wirkung unmittelbar gemeinsam erleben. Angeleitet von Kindern der 5. und 6. Klassen durchliefen die Gäste verschiedene Stationen wie den Bau eines „Glücksportals“, die exemplarisch zeigten, wie kreative Pausenangebote Gemeinschaft fördern, neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen und dabei vor allem eins machen: Spaß!
Partizipation im Schulalltag sichtbar machen: Die Freitagsversammlung
Einen weiteren Einblick in gelingende kulturelle Bildung im Ganztag gab Jochen Hundhausen von der Grundschule Am Sommerberg in Riedelbach/Weilrod. Er stellte die monatliche Freitagsversammlung seiner Schule vor: Ein Format, das die gesamte Schulgemeinde für 20 bis 40 Minuten zusammenführt.
Präsentiert werden Arbeitsergebnisse aus Unterricht und AGs, kleine Performances oder Beiträge einzelner Kinder bzw. kleiner Gruppen. Ebenso finden hier gemeinsame Aktionen statt, an der alle beteiligt werden. Moderiert wird jede Versammlung von zwei Viertklässlerinnen bzw. Viertklässlern, was ein bewusst gewähltes Zeichen für gelebte Partizipation darstellt.
Jochen Hundhausen berichtete, dass diese Versammlungen als identitätsstiftend erlebt werden: Kinder erfahren Wertschätzung für ihre Arbeit und Lehrkräfte beobachten positive Rückwirkungen auf Motivation, Lernprozesse und das soziale Miteinander.
Der Wunsch nach einer Folgeveranstaltung
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie kulturelle Bildung und Ganztag gemeinsam Lern- und Lebensräume gestalten können, die stärken, verbinden und Perspektiven eröffnen.
Die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden unterstreichen den Wunsch nach weiteren Austauschformaten. Für das kommende Jahr ist bereits ein weiteres Format bzw. eine weitere Veranstaltung in Kooperation mit dem Büro Kulturelle Bildung in Planung.
Über die hier hinterlegte Kooperationsdatenbank finden Sie als Schule Angebote außerschulischer Partner für den Ganztag, als Kooperationspartner können Sie dort auch Angebote einstellen.